Aktionstag »Mobil ohne Auto«
Pressemitteilung (17. Juni 2007)
Über eine Viertelmillion Menschen aktiv für Gesundheit und Klimaschutz beim Aktionstag von Mobil ohne Auto und AOK-Radsonntag in Baden-Württemberg
Zeit zum Umsteigen und Umdenken:
Regelmäßige autofreie Sonntage in Großstädten gefordert
Bei idealem Radelwetter nahmen heute am 18. "Mobil ohne Auto"-Aktionstag und 14. AOK-Radsonntag in Baden-Württemberg bereits mittags lan-desweit wieder 280.000 Menschen teil. Das Trägerkreismitglied AOK meldete allein beim AOK-Radsonntag 130.000 Radler auf über 100 Strecken. Die Initiative „Vorfahrt für die Schöpfung“ der vier Landeskirchen war wieder mit etlichen Gottesdiensten im Grünen und Gemeindefesten beteiligt. Auch in anderen Bundesländern fanden wieder Aktionen statt. Schwerpunkte waren Hamburg und Sachsen. „Ich freue mich riesig, dass heute wieder so viele Menschen gezeigt haben, dass man ohne Verzichtsgefühle und voller Lebensfreude „abgasfrei mobil“ sein kann!“ sagte Reiner Ehret, Vorsitzender des Landesnaturschutzverbands (LNV) als Mitglied des Trägerkreises von Mobil ohne Auto.
Mit rund 90 Veranstaltungen in mehr als 190 Orten und über 150 gesperrten Straßenkilometern im Land konnte das hohe Niveau des Vorjahres gehalten werden, dabei besteht ein Trend zu gemeindeübergreifenden Aktivitäten, wodurch sich die Zunahme der Orte erklärt. „Besonders die gesperrten Strecken werden hervorragend angenommen,“ sagt Landeskoordinatorin Monika Herrmann-Lobreyer: „Wir sollten überlegen, ob es im Interesse des Klimaschutzes und der Gesundheit nicht möglich ist, jeden Sonntag bestimmte Innenstadtbereiche ausschließlich der umweltfreundlichen Fortbewegung zu überlassen.“ Beispiel dafür sei die „Ciclovía“(Fahrradstrasse) im kolumbianischen Bogotá. In der 8-Millionenstadt werde seit 2000 jeden Sonntag ein großer Teil der Innenstadt von 7:00 bis 14:00 Uhr für den Autoverkehr gesperrt. Dabei sei dort das ÖPNV-Netz viel weniger dicht als in deutschen Städten.
Die großen gesperrten Strecken sind auch bei uns jedes Mal wieder ein besonderes Erlebnis für die Besucher. Heute hieß es vielerorts „Straße frei für Fußgänger, Radfahrer, Pferde-kutschen, Inliner oder jegliche andere abgasfreie Verkehrs-mittel“, der öffentliche Personennahverkehr war natürlich zugelassen. Als einen „bombastischen Erfolg“ bezeichnete Helmut Weber das „9. Mobil ohne Auto im oberen Nagoldtal“ mit 60.000 Teilnehmern auf der erstmals 40 km langen Strecke und lädt bereits jetzt zum 10-jährigen Jubiläum vom 13.-15.Juni 2008 ein. Beim 4. grenzüberschreitenden, autofreien Begegnungs- und Erlebnistag „SlowUp- Hochrhein“ wurden 40.000 Teilnehmer gemeldet. Beim AOK-Radsonntag und der Aktion „Lebendiger Neckar“ waren schon mittags 60.000 Radler zwischen Mannheim und Eberbach im Rhein-Ne-ckar-Kreis und 40.000 Radler bei der Aktion „Natürlich mobil“ zwischen Heilbronn und Mosbach im Neckartal auf der gesperrten B 27 und K 2000 unterwegs.
Auch an vielen anderen Orten waren die lokalen und regionalen Veranstaltungen wieder gut besucht, so zum Beispiel im gesperrten im Würmtal bei Pforzheim, im Maurener Tal bei Böblingen und im Bächetal bei Tuttlingen. Im Großen Lautertal fand zum Aktionstag die dritte Verleihung des Gustav-Mesmer-Flugradpreises statt. In Tübingen fuhr an diesem Tag der gesamte Busverkehr kostenlos, um die Bürger zum Umsteigen auf den ÖPNV zu bewegen, so Oberbürgermeister Boris Palmer.
Die besonders hohe Resonanz des bundesweiten Aktionstages in Baden-Württemberg sei auf die breite gesellschaftliche Basis des ältesten Aktionsbündnisses für nachhaltige Mobilität zurückzuführen, dem Verbände, Vereine, die Landeskirchen, Institutionen und andere Interessengruppen angehören. Stellvertretend für den Trägerkreis von Mobil ohne Auto in Baden-Württemberg erklärte Landeskoordinatorin Monika Herrmann-Lobreyer: „Würden wir das Modell des Trägerkreises von Mobil ohne Auto in Baden-Württemberg auf alle Bundesländer übertragen und dort ähnlich hohe Teilnehmerzahlen erreichen, so hätten wir eine der größten Klimaschutzdemonstrationen der Welt." Im kommenden Jahr findet der 19. Aktionstag von Mobil ohne Auto in Baden-Württemberg am 15. Juni statt.
Staatssekretär im baden-württembergischen Innenministerium, Rudolf Köberle, ist Schirmherr der Aktion Mobil ohne Auto, die zeigen soll, dass der bewusste Umgang mit der Mobilität und die Verwendung umweltfreundlicher Verkehrsmittel in der Freizeit und im Alltag sich lohnen und Spaß machen.
Trotz umfangreicher Straßensperrungen für den Autoverkehr wurden keine gravierenden Zwischenfälle bekannt. Die 9 Sperrungen von Bundes-, Landes- und Kreisstraßen sowie mehreren Innenstädten und innerörtlichen Straßen von den Autofahrern gut akzeptiert.