Mobil ohne Auto 2013
2013 hat die Landeskoordination für Mobil ohne Auto zu
keinem einheitlichen Aktionstag aufgerufen. Normalerweise wäre dieser
Aktionstag der 16. Juni, aber verschiedene Gründe haben MOA in
Baden-Württemberg veranlasst zu pausieren:
Seit über 30 Jahren gibt es nun den Aktionstag „Mobil ohne
Auto“ immer am 3. Junisonntag. In den Jahren hat sich die Aktion stark
gewandelt. Von einer „Graswurzelaktion“ sächsisch-anhaltinischer Christen
Anfang der 80er Jahre hat sie sich teilweise Großaktionen mit Kilometer lang
gesperrten Bundesstraßen entwickelt. Diese Großaktionen mit ihrem
Eventcharakter tragen für die Landeskoordination von MOA in Baden-Württemberg,
insbesondere für die darin vertretenen Naturschutzverbände, einige Inhalte mit,
die mit dem ursprünglichen Ziel der Aktion – Aufzuzeigen, wie man auch ohne
Auto mobil sein kann – kaum mehr vereinbar sind. So ziehen diese Events
Besucher aus dem weiten Umkreis an, die mit ihrem Auto anfahren, um dann die
gesperrte Straße mit Fahrrad und Inlineskates zu genießen. Dies hat mit
Verkehrsvermeidung nichts mehr zu tun.
Weiterhin hat sich die Aktionsform leider etwas abgenützt.
So ist es in den ganzen Jahren nicht gelungen, den motorisierten individuellen
Verkehr einzudämmen. So ist dieser Verkehr von 1991 bis 2010 von über 700
Milliarden Personenkilometer auf über 950 Milliarden gestiegen. Da stellt sich
für die Landeskoordination schon die Frage, ob ihre Nadelstichchen noch
sinnvoll sind.
Andere Aktionsformen werden gesucht. So hat man in den
vergangenen Jahren mehrmals mit Städten und Gemeinden das Gespräch gesucht, ob
diese bereit wären in einem Aktionszeitraum ihre Verkehrsflächen für den
individuellen motorisierten Verkehr zu sperren und eine Zeit lang in ihrer
Kommune das Leben ohne Auto zu testen. Leider sind die Gespräche über eine
interessierte erste Phase nie hinausgekommen.
Ein letztes Problem sei nicht unerwähnt: Immer schwieriger
wird es engagierte Persönlichkeiten zu finden, die sich für MOA neben ihrem
regulären Beruf engagieren. Denn die Landeskoordination war immer ein
ehrenamtliches Bündnis, das sich aus geringen Mitgliedsbeiträgen und der
tatkräftigen Unterstützung der Landesregierung getragen hat.
Gerne hören wir aber von Ihren Aktion am 16. Juni und von
Ihren Erfahrungen aus einem Leben, einer Mobilität ohne Auto.
Helmut Eßlinger
Grafik
zum Verkehr 2011/2012 in Zahlen:
