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Die Ziele von MOA

Mobil ohne Auto

Wir fordern deshalb:
• die Anstrengungen zur Einhaltung der EU-Richtlinien zur Luftreinhaltung zu verstärken: Kurzstrecken-Fahrten mit dem Auto ersetzen, zeitlich und örtlich begrenzte Fahrverbote für Dieselfahrzeuge ohne Rußfilter in hochbelasteten Gebieten, Tempolimits in Innenstädten und Ballungsräumen, mehr Gütertransporte mit der Bahn,
• den Umweltverbund zu stärken: Fußgänger, Radfahrer, Bus- und Bahnnutzer sollen gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer sein. Der Umweltverbund soll ergänzt werden durch kollektive Nutzungsformen (z.B. Car-Sharing, Rent a Bike). Keine kostenlosen Parkplätze,
• die Infrastruktur für den Umweltverbund (z.B. Radwege, ÖPNV(5)-Netz) zu verbessern durch Bereitstellung von Investitionsmitteln. Ausbau von Schiene vor Straße.
• den ÖPNV qualitativ zu verbessern z.B. durch weiteren Ausbau des barrierefreien Zugangs, Fahrradmitnahme, integralen Taktfahrplan, verbesserte Kundenorientierung des ÖPNV durch mehr Service, Information und einfache Tarife, Beteiligung  sowie Konzepte für die Gewinnung von Nicht-Kunden,
• die Stadt der kurzen Wege(6), die Reduzierung des Flächenverbrauchs und der Flächenversiegelung durch interne Abstimmung der langfristigen Planungsziele zwischen der Stadt- und Verkehrsplanung auch in Hinblick auf demographische Veränderungen (Zunahme älterer Menschen, zumindest regionaler Bevölkerungsrückgang),
• mehr Engagement für eine nachhaltige Mobilität: motorisierte Mobilität ist nicht immer und überall beliebig machbar. Schnellere Verkehrsmittel helfen oft nicht Geld, Energie und Zeit zu sparen, weil dadurch immer weitere Ziele erreicht werden,
• integrierte Verkehrspolitik und – planung im Sinne einer umweltgerechten Mobilität ressortübergreifend durchzusetzen.

Fussnoten
(1) modal-split = Verkehrszusammensetzung/ Aufteilung auf die Verkehrsbereiche motorisierter Individualverkehr (MIV), öffentlicher Verkehr (ÖV), zu Fuß gehen, Rad fahren.
(2) Umweltverbund = zu Fuß gehen, Fahrrad fahren, öffentliche Verkehrsmittel nutzen.
(3) Düring, I. u. Lohmeyer, A. (2004)
(4) INFRAS (2004)
(5) ÖPNV = Öffentlicher Personennahverkehr ist die allgemein zugängliche Beförderung von Personen mit Verkehrsmitteln im Linienverkehr, die überwiegend dazu bestimmt sind, die Verkehrsnachfrage im Stadt-, Vorort- oder Regionalverkehr zu befriedigen. Das ist der Fall, wenn in der Mehrzahl der Beförderungsfälle eines Verkehrsmittels die gesamte Reiseweite 50 Kilometer oder die gesamte Reisezeit eine Stunde nicht übersteigt (§2 ÖPNVG Baden-Württemberg).
(6) Stadt der kurzen Wege = Wege interessieren bezüglich der Entfernung und auch der Zeit, die zur Zurücklegung benötigt wird. Im Sinne einer Stadt der kurzen Wege müssen beide Faktoren, Zeit und Entfernung, verkleinert werden. Dies ist im Interesse einer Siedlungsplanung, die verhindert, dass Verkehr entsteht. Das bedeutet, dass verschiedene Nutzungen in einem Stadtteil miteinander verbunden werden müssen, um die Wege zwischen Einkauf, Arbeit, Freizeit und Wohnen zu verkürzen. Die Stadt der kurzen Wege kommt damit z.B. auch dem Einzelhandel zu gute und unterstützt Synergieeffekte. Als angestrebtes Ergebnis sollte mehr Verkehr als Fußgänger-, Radfahr- oder öffentlicher Personennahverkehr abgewickelt werden und weniger als motorisierter Individualverkehr. Als Konsequenz hieraus ergibt sich längerfristig die Notwendigkeit, dem MIV in der Stadt weniger und den anderen Verkehrsmitteln mehr Platz einzuräumen (ISB, S.9).

Literatur
Statistisches Landesamt Baden-Württemberg (2004): Jährliche Feinstaub-Emissionen im Land bei 15 700 Tonnen. Anteil des Verkehrs rund 45 Prozent – zur aktuellen Situation um Feinstaub-Konzentrationen. Pressemitteilung. Stuttgart, 22. Dezember 2004. vgl. auch Buringer, Helmut u. Stenius, Walter (2004): Luftschadstoff-Emissionen maßgeblich vom Straßenverkehr verursacht. Stuttgart. In: Statistisches Monatsheft Baden-Württemberg 7/2004. S. 37-40. (http://www.statistik.baden-wuerttemberg.de/Veroeffentl/Monatshefte/PDF/Beitrag 04_07_10.pdf)(23.02.05)
Düring, I. u. Lohmeyer, A. (2004): Modellierung nicht motorbedingter PM10-Emissionen von Straßen. KRdL-Expertenforum Staub und Staubinhaltsstoffe 10./11.11.04. Düsseldorf. S. 8 (www.lohmeyer.de/literatur/ Manuskript_duering_KRdLExpertenforum.pdf)(23.02.2005)
INFRAS (2004): Handbuch für Emissionsfaktoren des Straßenverkehrs- Neue Version 2.1, Bern ( www.hbefa.net).
Institut für Stadtbauwesen und Stadtverkehr (ISB) RWTH Aachen: Stadtentwicklungskonzept für Aachen im Kontext von Nachhaltigkeit und lokaler Agenda, S. 9 (www.isb.rwth-aachen.de/publikationen/L5Kapitel2.pdf)
Ministerium für Umwelt und Verkehr Baden-Württemberg (1997): Gesetz über die Planung, Organisation und Gestaltung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNVG). Vom 08.06. 1995 [GBl. S. 417] Zuletzt geändert am 17.06.1997 [GBl. S. 278, 282]. (http://www. wedebruch.de/gesetze/landbw/oepnvg.htm)
Umweltbundesamt (2003): CO2-Minderung im Verkehr. Ein Sachstandsbericht des Umweltbundesamtes-Beschreibung von Maßnahmen und Aktualisierung von Potenzialen. Berlin. S. 68. (http://www.umweltbundesamt.org/fpdf-l/2606.pdf) (23.02.05)

Selbstverständnis des Trägerkreises der Aktion Mobil ohne Auto in Baden-Württemberg (1996) (wird demnächst aktualisiert)

1. Zweck
Im Trägerkreis der Aktion Mobil ohne Auto Baden-Württemberg schließen sich Organisationen und Verbände zusammen, die Ziele und Durchführung der bundesweiten Kampagne Mobil ohne Auto unterstützen wollen. Die Mitgliedsverbände werden den vorgegebenen Aktionsrahmen in ihrem Verband nach eigenen Vorstellungen füllen.

2. Ziele
Das Ziel von Mobil ohne Auto ist eine konstruktive, dezentrale, überverbandliche Aktion, die eine Neuorientierung in der Verkehrspolitik fordert. Es geht nicht darum, das Auto zu verteufeln, sondern für eine menschen- und umweltgerechte Verkehrssysteme zu werben. Kernveranstaltung ist der Aktionstag, sowie die Aktionswoche davor mit einem bunten Programm an Wanderungen, Fahrradtouren, Ausflügen mit Bus und Bahn, Straßenfesten, Gottesdiensten im Freien, Vorträgen, Kulturveranstaltungen u.v.m. Die beteiligten Organisa-tionen möchten mit MOA demonstrieren, dass ein Leben mit möglichst wenig Auto nicht Ver-zicht, sondern einen Gewinn an Lebensqualität darstellt. Für das Erreichen dieses Zieles werden die Verbände des Trägerkreises ihre internen Ressourcen mobilisieren.

3. Aufgaben
Der Trägerkreis stellt sich folgende Aufgaben:
1. Koordination der Veranstaltungen der einzelnen Verbände
2. Gemeinsame Presse- u. Öffentlichkeitsarbeit
3. Vermittlung zwischen Bundes- u. Ortsebene
4. Organisation des Material- u. Informationsflusses
5. Ansprechen weiterer Unterstützer
6. Erschließung von Finanzquellen
7. Politische Lobby-Arbeit
8. Gemeinsame Auswertung und Nacharbeit
4. Finanzierung
Zur Finanzierung dieser Aufgaben leistet jeder Verband einen Beitrag in an den Trägerkreis. Dafür werden die Mitgliedsverbände in MOA-Veröffentlichungen auf Landesebene aufgeführt.
Zur Verwaltung des Geldes wird ein Kassenwart bestimmt.

5. Mitwirkung und Koordination
Zur Bewältigung der genannten Aufgaben wird eine Landeskoordinationsstelle eingerichtet, der für ihre Arbeit die Mitgliedsbeiträge des Trägerkreises zur Verfügung stehen. Der/ Die Landeskoordinator/en sind den Mitgliedern des Trägerkreises gegenüber rechenschaftspflichtig.
Der Trägerkreis wird sich in der Vorbereitungsphase auf Einladung der Landeskoordination mehrmals treffen, um wichtige Entscheidungen zu fällen und Fragen der Umsetzung zu klären. Aus jedem Verband können an den Sitzungen maximal zwei stimmberechtigte Mitglieder teilnehmen.

Der Grundgedanke kurz gefasst
Mobil ohne Auto
(MOA) setzt sich für ein Umdenken in der Verkehrspolitik und im Verkehrsverhalten ein und zeigt, wie man in der Freizeit und im Alltag auch ohne PKW vorankommt. Die Aktion arbeitet gemeinnützig, verbandsübergreifend und bundesweit.

Allen engagierten Gruppen, die sich am autofreien Sonntag, jedes Jahr der dritte Sonntag im Juni, beteiligen möchten, bietet Mobil ohne Auto einen Rahmen, in dem sie vor Ort ihre einfallsreichen Aktionen organisieren können. Bürgerinnen und Bürger sind dazu eingeladen, Mobilität menschenfreundlich, kreativ und innovativ zu gestalten und zu erleben. MOA lädt dazu ein, das Auto am autofreien Sonntag, aber auch sonst für ein paar Tage im Jahr in der Garage zu lassen und andere Verkehrsmittel auszuprobieren.

Es lohnt sich meistens, Alternativen zum Auto zu suchen. Am besten beginnen Sie am autofreien Sonntag. Vielleicht entdecken auch Sie mit MOA, d. h. „mobil ohne Auto“, dass Bahnfahren, Wandern und Radfahren mehr heißt als nur Fortbewegung: Im Zug mit Muße aus dem Fenster zu schauen, lesen und mit den Nachbarn plaudern, Täler und Berge mit dem Fahrrad erkunden oder die Stadt per Inliner oder einmal wieder zu Fuß erleben.

Mobil ohne Auto
Landeskoordination

Für weitere Fragen rund um MOA
stehen wir gerne zur Verfügung.
Mo. 9-17 Uhr, Di.- Do. 9-13 Uhr

Telefon +49(0)721 40 50 96
E-Mail info@moa-bw.de

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